HomeDie Goldgräberzeit des Wörtherseetourismus, ein Nachbericht vom ehem. Wasserski-Europameisters Ing. Gerhard RainerDie Goldgräberzeit des Wörtherseetourismus, ein Nachbericht vom ehem. Wasserski-Europameisters Ing. Gerhard Rainer

Die Goldgräberzeit des Wörtherseetourismus, ein Nachbericht vom ehem. Wasserski-Europameisters Ing. Gerhard Rainer

…war heute unser Credo und wir haben gleich in der Früh unsere Drahtesel gesattelt und beschlossen mal an den Rand von Pörtschach zu fahren. In Pörtschach sind heute Body-Painting und Fete Leon angesagt – das ist dann vielleicht das Abendprogramm, aber die 35° genießen wir lieber am See!

Gesagt getan, es ging los, von Pörtschach Richtung Klagenfurt. Beim Radfahren wird es recht bald heiß, daher beschlossen wir etwas früher abzubrechen. Das Freibad in Pritschitz hat es uns aber nicht angetan, ein Frühstück soll her. Am Radweg (nach der Bahnübersetzung Pritschitz) entdeckten wir schließlich den Hinweis auf die „Villa Rainer“, was ja schonmal nicht so schlecht geklungen hat.

Also biegen wir vom Radweg ab, Richtung Wald am Wörthersee. Recht bald standen wir vor der eindrucksvollen Einfahrt in die Park-ähnliche Anlage am See. Hier ein Foto vom See – daher kennen wir die Villa Rainer ja bereits…

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Vorbei an einem nicht so kleinen Gästehaus entdeckten wir dann die eigentliche Villa, wurden an der Rezeption begrüßt und auf die Terrasse weitergeleitet. Direkt am See sind ganz nett Schirme und ein großes Sonnensegel aufgebaut, alle Tische waren gut besetzt, dazwischen bemühte sich Servicepersonal. Das sah nun erstmal bedenklich für unser Frühstück aus, ein fleissiger Kollege bot uns aber einen Platz etwas erhöht direkt auf der Terrasse der Villa an… da saß schon jemand, aber okay!

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Die beiden die dort saßen waren dann doch nicht irgendwer – es stellte sich heraus, dass wir mit Frau und Herr Rainer persönlich frühstückten, Unterhaltung und lockere Geschichtsstunde inklusive! Das gutbürgerliche Frühstück mit frischem Gebäck, gutem Caffee und allem was das Herz begehrt war dann bald Nebensache – spannender war die Geschichte des Hauses und des ehemaligen Wasser-Ski Europameister Gerhard Rainer. Insgeheim habe ich mitgerechnet, der Mann müsste heute etwa 73 Jahre auf den doch noch recht breiten Schultern haben. Und offenbar hatten es die Jahre in sich. Gerhard, bzw. seine Familie musste nach dem Krieg eine ihrer zwei Immobilien zum Gemeinwohl aufgeben und sie zogen damals in das eigentliche Sommerhaus an den See. Hier durften sie aber auch nicht bleiben, bis 1955 quartierten sich Engländer in das Haus ein und die Familie aus. Sie musste sich etwas anderes suchen. Sie schufen etwas weiter hinten am Grundstück einen Bungalow.

1956 vermietete dann Gerhard Rainers Mutter die Villa – 24 Schilling (1,70 EUR) kostete damals die Nacht mit Frühstück. Die Goldgräberjahre des Tourismus am Wörthersee setzten dann in den 60er Jahren ein: „Die Leute schliefen in der Empfangshalle am Boden“, erklärte Rainer, „es war bis nach Velden am ganzen See kein Zimmer mehr verfügbar!“

Offenbar war die Kärnten-Werbung mit dem Slogan „Kärnten, der nahe Süden“ zu dieser Zeit sehr erfolgreich! Natürlich war auch der Aufwand Kärnten zu erreichen damals ein durchaus überschaubarer – Fernreisen wurden noch nicht in derartigen Preisklassen wie heute angeboten. „Sonderzüge nur für Pörtschach fuhren ein, natürlich auch für Velden“, erklärte uns Gerhard Rainer zwischen zwei Bissen, „Das Parkhotel und das Werzers wurden im Krieg als Lazarett genutzt, daher war Pörtschach bekannt! Vom Ruhrpott aus waren wir leicht mit dem Auto zu erreichen – und bereits vor dem Krieg ein gut entwickelter Tourismusort, so nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf!“

Natürlich stauten wir nicht nur über die vielen Berichte. Wir lachten über sportliche Kniffe und Fauxpas des damaligen Wasserski-Europameisters. Gerhard durfte damals Architektur studieren und weil er talentiert war sporteln. Als Show für Touristen hüpfte er mit den Wasserskiern vor dem Werzers auf und ab, 1965 bekam er sogar für die WM in Australien vom Innenministerium einen Aufschub der Inskriptionsfrist. Und so kam der „Showspringer zum 5-Uhr-Tee“ ganz schön herum und fuhr Erfolge für Österreich ein! 48,40 Meter war sein Rekordsprung, erzählte er.

Eine Wende im Lebenslauf leitete das frühe Dahinscheiden Gerhard Rainers Mutter ein. 1968 erkannte er, Studium, Sport und das Weiterführen der Pension würde in dem Ausmaß nicht länger funktionieren und er musste sich entscheiden. Er entschied zu beginnen, was heute als sein Lebenswerk Zaungästen wie uns zum Frühstück begeistert.

Die Familie Rainer, also Gerhard und seine Frau schufen ihr individuelles Paradies am See – ein großes Gästehaus bietet komfortable Zimmer (wir haben uns eines angesehen), der Restaurant-Bereich den wir besichtigen durften bietet Panoramafenster auf den See, ein Wellnessbereich mit toller Whirlpoolanalge lässt es uns fast bedauern, dass wir keine Urlauber hier sind.

Heute spielt Rainer Golf und bietet diese Möglichkeiten natürlich auch seinen Gästen an – attraktive Packages mit ermäßigten Green-Fees an den umliegenden Plätzen, Transfer und allerhand sonstigem Angebot verheißen eine sehr gute Einbettung und Vernetzung in der Golfregion Kärnten.

Herr Rainer lud uns ein mal ein paar Bälle mit ihm abzuschlagen, dem komme ich demnächst nach  – und erlaubte uns die großzügige Steganlage zum Baden zu benutzen. So grüßten wir nochmal zurück und sind begeistert von dem lehrreichen Frühstück. Definitiv ein „Place 2 be“ am Wörthersee. Vielen Dank Herr Rainer…

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…wir blicken nochmal zurück und kommen definitiv wieder – hoffentlich dürfen wir dann wieder bei Ihnen frühstücken und wir können unsere Geschichten vertiefen! (Am Bild übrigens der Hausherr oben und die Panoramafenster zum See – dahinter wird gespeist, wenn das Wetter mal zu heiß, zu nass, oder zu kalt für die große Terrasse ist…)


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